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Wie wird man seinen Zensurprovider los?

Nachdem sich ja gestern 5 Provider mit unserer Familienministerin auf die freiwillige Einführung einer Zensurinfrastruktur geeinigt haben, graust es sicherlich dem einen oder anderen geneigten Staatsbürger davor, weiterhin zur Wohlfahrt dieser Unternehmen durch ein bestehendes Vertragsverhältnis beizutragen. Hinzu kommt, dass man sich an einem Finger abzählen kann, wie sicher seine Daten bei einem solchen Provider sind nachdem man nun erfahren hat, wessen Geistes Kinder dort in den Chefetagen wandeln.

Anders als Andreas Bogk vom CCC, der in einem TAZ-Interview vorschlägt, Klage gegen den Provider einzureichen, bleibt einem als Kunden noch das Recht zur Kündigung. Studiosi Iuris hat einen ganz interessanten Artikel zur rechtlichen Grundlage einer solchen Kündigung zusammengestellt. Da momentan ja noch nichts zensiert wird, gilt es abzuwarten und einer eventuellen AGB-Änderung des Providers zu widersprechen.

Man kann natürlich auch ordentlich fristgerecht kündigen und im Kündigungsschreiben mitteilen, was man als Kunde davon hält dass der Provider bei diesem Dummenfang mitmacht.

  1. April 19th, 2009 at 11:04 | #1

    Das mit der Kündigung betrifft aber nur den der wechseln kann. Im Augenblick sind es nur die 5 ‘großen’ Provider die zensieren. Aber was mach ich wenn mir die alternativen zu teuer sind (Wieviel ist Freiheit dem gemeinen Bürger wert der ja eh nur Spoon liest.), wenn es nicht mehr die Selbstverpflichtung ist und man in der toten Zone lebt (Ich behaupte mal jeder UMTS Provider hat 10000+ Nutzer und Wimaxx ebenfalls). Kündigung ist natürlich eine Option aber nur für einen Teil der Bevölkerung.

    Ich denke mal der Kampf gegen die Zensur hat nur dann eine Chance wenn jede Überschreitung der Filterung von Kinderpornos öffentlich gemacht wird und dem Wahlvieh klargemacht wird das die Schadensersatzklagen gegen das BKA allesamt mit Steuergeldern bezahlt werden ;)

  2. April 19th, 2009 at 11:09 | #2

    @reaper
    Du hast schon recht, aber ich denke es würde trotzdem was bringen wenn du bei Vodafone kündigst mit der Begründung dass du das nicht gut findest und danach zu T-Mobile gehst… :)

  3. April 19th, 2009 at 19:07 | #3

    @jupp

    Dummes Beispiel ;) Das wäre wie vom Henkersbeil zum Strang zu wechseln, weil beide Provider freiwillig zensieren. Im Rahmen der freiwilligen Zensur gibt es vielleicht noch eine realistische Chance zum Boykott aber wenn erstmal die rechtlichen Grundlagen geschaffen sind schrumpft die Anzahl der Alternativen viel weiter zusammen.

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