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Google Streetview – oder – wie stopft man das Sommerloch

August 17th, 2010 Willi 3 comments

Ich glaube ja immer noch die Streetview-Diskussion ist dem Sommerloch geschuldet. Aber seis drum. Ich nehms mal vorne weg – ich sehe kein Problem bei streetview. So lange Google brav die Fenster blind zeichnet und Gesichter verschleiert find ich den Dienst sehr praktisch. Klar wirds das ein oder andere Bild geben wo Leute in nicht-massentauglichen Posen zu sehen sind. Aber meiner Erfahrung nach ist Google ziemlich gut im auf Nutzer-Anfragen reagieren.

Streetview stellt für mich kein Problem dar da es imho keine Grenze überschreitet. Straßen sind öffentlicher Raum, jeder kann und darf die Straße entlang gehen und Fotos von der Straße aus machen, so lange er dabei keine Gesetze/Rechte verletzt. Google darf das demnach auch. Toll ist in dem Zusammenhang wieder die Terrorismus-Keule aus der Politik. Was bitte-schön kann ein Terrorist mit streetview anstellen was er ohne nicht könnte? Veraltete Fotos eines Straßenzuges helfen kaum beim legen eines Sprengsatzes, zumal der Terrorist dafür eh an den Ort des Attentats muss und dort mit einem Update==Realität konfrontiert wird. Was da das Betrachten 3 Jahre alter Fotos bringen soll erschließt sich mir nicht.

Hier mal ganz einseitig zwei pro-streetview Artikel:
http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2010-08/pro-street-view
http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/sprachlog/allgemein/2010-08-14/pro-google-street-view

Der erste Artikel gefällt mir vor allem wegen des Schluss-satzes, den selben Spruch hab ich heute auch gebracht – ohne die statistik von google zu kennen. Im zweiten Artikel ist besonders der Abschnitt zu den Protestlern aus der Rheinischen Post lesenswert – das spiegelt so ziemlich genau wieder warum ich streetview für eine gute Implementation halte.

Abschließend mal noch was Persönliches. Als ich diese Jahr in Amerika war bin ich durch die üblichen Verspätungen im Flugverkehr erst gegen 23 Uhr Ortszeit vom Flughafen losgefahren, hatte aber noch ca 50 Meilen bis zu meiner Wohnung. Zur Vorbereitung hatte ich mich bei Google Maps über mein temporäres Heim informiert. Problem war, dass sich der Zufahrtsweg geändert hatte. Der Hauptzugang (eine breite asphaltierte Straße) war mit einem Stahlzaun gesperrt worden (verkehrsführung geändert), nur war der Zaun aufgrund seine Breite von knapp 10cm auf den Satelitenbildern von Google Maps nicht zu erkennen gewesen. Der neue Zugang war eine unter Bäumen versteckte schmale Seitenstraße. Dank streetview habe ich mir meinen Anfahrtsweg aber schon vorher ansehen können, ich wusste das da ein Zaun ist und wie der Seiteneingang aussieht. Dadurch habe ich dann auch Nachts halb eins auf einem fremden Kontinent meinen Parkplatz gefunden . . .

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Eva Herman über das Loveparade-Unglück

July 25th, 2010 jupp 2 comments

Normalerweise kennt man ja Tagesschau-Moderatoren als seriöse Menschen, die mit fast schon gelangweilter Stimme die neusten Nachrichten vortragen. Dass sie privat auch Bücher und Artikel schreiben wusste ich bis heute nicht. Mit erschrecken las ich dann einen Artikel, den die ehemalige (laut Wikipedia wegen Lob von Hitlers Familienpolitik gefeuerte) Moderatorin Eva Herman über das Unglück bei der Loveparade gestern verfasst hat.

Der Titel lautet

Sex- und Drogenorgie Loveparade: Zahlreiche Tote bei Sodom und Gomorrha in Duisburg

Die beiden Städte Sodom und Gomorrah wurden laut altem Testament vernichtet, weil sie der Sünde anheimgefallen waren, dies hebt die Autorin auch bald hervor:

Wer sich die Bilder der Loveparades aus den zurückliegenden Jahren ansieht, glaubt, in der Verfilmung der letzten Tage gelandet zu sein, wie sie in der Bibel beschrieben werden.

Es war also schon vorrauszusehen, dass dort etwas schlimmes passieren muss:

Sie wussten, was sie erwartet, haben sich freiwillig dazu entschieden, hierher zu kommen. Viele Mädchen haben den Busen blank gezogen, manche sind fast völlig nackt. Sie wiegen sich in ekstatischer Verzückung im ohrenbetäubenden Lärm, Begriffe wie Sittlichkeit oder Anstand haben sich in den abgrundtiefen Bassschlägen ins Nichts aufgelöst.

Außerdem:

Riesige dunkle Wolken der Enthemmung und Entfesselung treiben über dem Geschehen, die jungen Menschen wirken, als hätten sie jegliche Selbstkontrolle abgegeben, ekstatisch und wie im Sog folgen sie dem finsteren Meister der sichtbaren Verführung.

Die Schuldigen sind auch schnell gefunden:

Die unheilvollen Auswüchse der Jetztzeit sind, bei Licht betrachtet, vor allem das Ergebnis der Achtundsechziger, die die Gesellschaft »befreit« haben von allen Zwängen und Regeln, welche das »Individuum doch nur einengen«. Wer sich betrunken und mit Drogen vollgedröhnt die Kleider vom Leib reißt, wer die letzten Anstandsrnormen feiernd und tanzend einstürzen lässt, und wer dafür auch noch von den Trägern der Gesellschaft unterstützt wird, der ist nicht weit vom Abgrund entfernt. Die Achtundsechziger haben ganze Arbeit geleistet!

Am Ende bleibt als Zusammenfassung dann nur noch folgendes übrig:

Für die Zukunft wurden jedoch Weichen gestellt: Denn das amtliche Ende der »geilsten Party der Welt«, der Loveparade, dürfte mit dem gestrigen Tag besiegelt worden sein! Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen. Was das angeht, kann man nur erleichtert aufatmen!

Bei so viel Nächstenliebe bleibt mir einfach nur Sprachlosigkeit. Mein Beileid den Angehörigen und hoffentlich werden die wirklichen Verantwortlichen bestraft (vorzugsweise von einem Richter in dieser Welt).

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E-Postbrief

July 23rd, 2010 jupp 7 comments

Udo Vetter wurde zum neuen E-Postbrief der Deutschen Post interviewed, so oft habe ich innerhalb von 10 Minuten lange nicht mehr meinen Kopf geschüttelt. Long Story short: wer das benutzt ist selber schuld.

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Die Kopftuchdebatte

July 20th, 2010 Willi No comments

. . . hat neulich auch hier im NRTM zu hitzigen Diskussionen geführt. Zu dem Thema ist jetzt ein Artikel bei Telepolis erschienen: http://www.heise.de/tp/blogs/6/148038

Interessant vor allem die Aussage das um 1980 ungefähr 30% der syrischen Frauen ein Kopftuch getragen haben – heute sind es über 70%.

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Filmtipp: Stalker (1979)

July 12th, 2010 jupp 4 comments

Selten war ich nach einem Film so beeindruckt und ratlos wie nachdem ich Andrei Tarkovsky’s Stalker gesehen habe. Still, bildgewaltig und von fast schon lyrischer Symbolik wird die Geschichte eines Mannes erzählt, der zwei verzweifelte Menschen in das Herz der gefährlichen, hermetisch abgeriegelten “Zone” führt, die nur zu sehr an Tschernobyl erinnert.

Da man die DVD wohl kaum in der Videothek finden wird (siehe Wikipedia-Artikel), sei zur Beschaffung auf eine Piratenbucht eurer Wahl hingewiesen. (edit: gibts auch bei Amazon, danke Robert)

Disclaimer: Da es bei meinem letzten Filmtipp, Hot Fuzz (2007) gewisse Probleme gab, sei hier nochmal ausdrücklichst darauf hingewiesen, dass der Film euren Freundinnen evtl nicht gefallen könnte. Ihr werdet ihn aber toll finden.

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Die FAZ zu Linux

July 4th, 2010 jupp 3 comments

Die FAZ brachte heute einen Artikel über Linux. Interessant, denkt man sich da. Weit gefehlt. Ich rätsel immer noch, ob der zuständige Redakteur sich an einer sehr gut versteckten Parodie (auf was ist nur die Frage?) versuchte, oder ob der Genuss berauschender Substanzen uns dieses Schmankerl beschert hat.

Schon der Titel lässt schlimmes erahnen:

Betriebssystem Linux
Dieser Mitarbeiter kann mit so gut wie allen

Der eigentliche Sinn dahinter erschließt sich dann in der kurzen Zusammenfassung darunter:

Linux etabliert sich stärker in der Welt der Großrechner. Durchschnittlich müssen auf einer Serverfarm nur bis zu zehn Prozent der Linux-Systemalgorithmen verändert werden. Das ist im Vergleich zu anderen Betriebssystemen recht wenig.

Aha, alles klar? Aber es wird noch besser:

Multicoresysteme sind Computerprozessoren mit mehreren Prozessorkernen. Die Hardwareingenieure haben hier die Idee der parallel arbeitenden Mehrprozessorsysteme aus den neunziger Jahren abgewandelt. Sie haben den Computerprozessor dabei auf wenige Funktionen zu einem sogenannten Prozessorkern schrumpfen lassen. Statt mit einigen tausend parallel arbeitenden Prozessoren sind Multicoresysteme mit einigen hunderttausend Prozessorkernen ausgestattet, die zwar auch parallel rechnen, dabei aber jede Rechenfunktion an den dafür zuständigen Prozessorkern schicken.

Qualitätsjournalismus lässt grüßen!

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Ehrfurcht vor Gott als Bildungsziel

July 1st, 2010 robin 1 comment

gruselig …

http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,703688,00.html

[update]

Wie immer bei sowas, meine Buchempfehlung: Dawkins “Der Gotteswahn”

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Vuvuzelas im VLC ausschalten

June 26th, 2010 robin No comments

Es gibt ein VLC Plugin welches von sich behauptet die Vuvuzelas, bei Livestreams der Fußball WM,  ausschalten zu können.

http://www.ind.rwth-aachen.de/en/research/tools/vuvuzelautlos/

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GEZ, KulturFlat und Co

June 13th, 2010 Willi 12 comments

So,

nachdem ich jetzt die 5te Mail zu dem Thema bekommen habe ist auch nrtm über flattr clickbar. Hab mal die Flattr-Kosten für ein Jahr übernommen. Mal sehen ob der Grundbetrag wieder rein kommt – das wär ja schon ein riesiger Erfolg . . .

BTW: Falls es irgend einen Überschuss geben sollte wird dieser der Sammelkasse für die NRTM Weihnachtsfeier zugeführt :-)

Grüße,
Willi

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Buchtipp

April 13th, 2010 robin No comments

Also bei der aktuellen Nachrichtenlage muss ich mal einen dringenden Buchtipp loswerten. Richard Dawkins “Der Gotteswahn”

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