Wer sich (insbesondere für die Zukunft) vom Lustre Filesystem interessiert dem sind die “hpc-ch” Talks der ETH Zürich ans Herz zu legen. Es sieht wohl so aus das Oracle die Lustre User gerade etwas verhungern lässt … alles sehr unschön.
Für diejenigen die es nicht wissen. Lustre ist DAS Filesystem in der HPC Branche zur Zeit, wenn es darum geht viele Daten schnell an die Maschienen an zu binden.
Es gibt ja Sachen in der Wirtschaftswelt die man als Otto-Normal-Nerd irgendwie nicht so richtig fassen kann. Zum Beispiel Hochgeschwindigkeitshandel. Da baut man Server um den Mainframe des jeweiligen Börsenplatzes und kauft/verkauft Aktien im Millisekundentakt. Die Gewinne betragen zwar immer nur zehntel-Cents aber dafür macht’s die Masse. So kann man quasi durch Nichtstun sch***e reich werden.
Und dabei ist es nicht nur wichtig so kurze –und damit latenzarme Verbindungen– wie möglich in Richtung Börsen-Datenbank-Mainframe zu haben, sondern auch die eingehenden “Signale” so schnell wie möglich verarbeiten zu können. Also wieder mal ein klassisches Beispiel dafür das Parallelität nicht immer was bringt. Über Parallelität werden dort nur mehrere Aktien nebenläufig Überwacht. Für eine spezifische Aktie aber zählt nichts anderes als Latenz … und wie bekommt man die? Genau, man übertaktet:
Auch dieses Wintersemester wird wieder die Vorlesung (mit Praktikum) “Linux Cluster in Theorie und Praxis” (Vorsicht, Link auf die alte Seite) angeboten. Nähere Hinweise werden bald auf den “Lehre”-Seiten des ZIH Internetauftrittes zu sehen sein. Dieses Jahr haben wir 4 Cluster, somit können wir 12 Leute durch das Praktikum begleiten. Der Inhalt ist ähnlich wie letztes Jahr, der Administrations-Teil etwas gestrafft dafür mehr Zeit für Programmieraufgaben und Benchmarks.
Wer Interesse und Fragen hat möge sich bitte mit Andy Georgi in Verbindung setzen.
Zwei Uhren gehen nie genau gleich. Schlimmer noch, sie gehen noch nicht einmal gleich schnell. Auf Clustern ist das unter Umständen besonders störend. Analysiert man zum Beispiel Programme kann es vorkommen das Nachrichten angezeigt werden die angeblich in der Zukunft losgeschickt worden sind. Die Vorlesung “Leistungsanalyse von Rechnersystemen” an der TU Dresden beleuchtet unter anderem dieses Thema.
Dieses Verhalten kann man natürlich auch messen. Auf diesem Bild wurde ein Knoten in einem Cluster als Referenzzeitgeber benutzt, zwei weitere Knoten erhalten jeden Messpunkt eine MPI_Barrier() Anweisung und führen dann eine Zeitmessung aus. Die zwei Kurven zeigen wie weit sich jeweils ein Knoten vom Referenzsystem entfernt hat, also wie viel schneller oder langsamer die Uhr auf den Knoten bzw. auf dem Referenzsystem gelaufen ist.
Wir sind vom C3D2 in Form von “klobs” angesprochen worden ob wir nicht Lust hätten einen Podcast über HPC aufzunehmen. Natürlich haben wir ja gesagt und waren im Radiostudio von coloRadio hier in Dresden. Wir hatten einen lustigen Abend und dabei ist dann dieser Podcast rausgekommen, für den wir uns glaube ich wirklich nicht schämen brauchen.
BTW. Auf coloRadio gibt es eine Petition die unterzeichnungswürdig ist … wenn ich recht informiert bin wollen die denen die Sendelizenz wegnehmen, was natürlich für ein freies Radio den Tot bedeutet.
Die ClusterChallenge heißt jetzt Student Cluster Competition (SCC). Die diesjährigen Softwarepakete sind auch schon teilweise festgelegt. Wie ich eine Mail von Frau Cook verstanden habe sind es dieses Jahr aber nur 4 + HPCC.
Es gibt scheinbar erste Fotos von Komponeten. Bemerkenswert insofern, dass dies die ersten “Netzwerkkarten” sind auf denen ich Kühlkörper auf den Kabel-Stecker gesehen habe.
Leider besagt ein Paper von der ISC08 das es sich dabei nun um ein Multi Stage Network handelt. Was ja bekannter Maßen keine Crossbar ist Allerdings beherrschen die Fabrics Adaptive Routing was es wiederum schneller als Infiniband macht (vor allem bei hoher Last auf dem Netz).
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